Förderprogramm für Balkonkraftwerke gefordert

25.04.2022, 14:06 Uhr | Torsten Henke | Kirchlengern

Kirchlengern. Die CDU-Fraktion Kirchlengern will den nächsten Schritt im Bereich Klimaschutz machen. Dazu stellte sie jetzt den Antrag, dass die Gemeinde Kirchlengern den Bürgerinnen und Bürgern einen Fördertopf zur Verfügung stellt, um die Anschaffung sogenannter „Balkonkraftwerke“ zu fördern.

 

 

„Balkonkraftwerke sind kleine Photovoltaikanlagen, die mittels Wechselrichter und Schukostecker ganz unkompliziert mit dem Stromnetz im Haus oder in der Wohnung verbunden werden. Der durch die kompakten PV-Module gewonnene Strom darf hierbei bis zu einer Leistung von rund 600 Watt in das Stromnetz eingespeist werden. Die Physik mache den Rest: Der Strom fließt zu den naheliegenden Verbrauchern und versorgt diese mit Spannung. Damit könne man die meisten Ladegeräte und Stand-by Verbraucher im Haushalt abdecken, so dass das „Grundrauschen“ der Bewohner mehr oder weniger abgedeckt ist“, sagt der Sachkundige Bürger Stefan Heitkamp über das System.

„Zur Installation gehören meist nur zwei Panels, die man an der Hauswand, auf dem Garagendach oder sogar, daher die Namensgebung, auf dem Balkon platzieren kann“, erklärt CDU-Ratsmitglied Edelgard Tödtmann, die Ideengeberin des Förderprogrammes ist. Somit sind diese kleinen Kraftwerke für nahezu jeden Haushalt nutzbar.

„Nach unserem Kenntnisstand gibt es derzeit noch Mittel des Landes NRW, die die Kommune genau für solche Zwecke des Klimaschutzes bereitstellen kann. Diese müssen bis Ende des Jahres abgerufen sein. Somit bestünde die sogar die Möglichkeit, dass der laufende Haushalt damit nicht belastet werden muss und wir noch in diesem Sommer loslegen können“, berichtet der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Bobka weiter. „Wir haben uns über die Idee hinaus mit dem Thema auseinandergesetzt, um der Verwaltung konkrete Vorschläge unterbreiten zu können. Die Anlagen sind ab ca. 600 Euro zu bekommen. Wir würden in einem ersten Schritt eine Förderung von maximal 300 Euro vorschlagen und das für rund 250 Wohneinheiten kalkulieren. Somit ergäbe sich ein Fördertopf von 75.000 Euro, den man dann eventuell sogar erweitern kann, wenn die Nachfrage durch die Bürger da ist.“

Die Möglichkeiten unkompliziert seinen eigenen Strom zu erzeugen, sozusagen „plug and play“, gibt es noch nicht so lange. Daher könne man nun von einem regelrechten Run ausgehen. Alle Bürgerinnen und Bürger können so noch etwas mehr zum Klimaschutz beitragen, auch die, die bisher vielleicht für sich keine Möglichkeit gesehen haben.

Die CDU Kirchlengern hat sich schon vor vielen Jahren das Thema Klimaschutz auf die Fahne geschrieben. In ihrem Klimaschutzkonzept regt sie zu Maßnahmen an, mit denen sich die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Verwaltung aktiv am Klima- und Umweltschutz beteiligen können. „Daran möchten wir auch weiterarbeiten und hoffen, dass wir die anderen Ratsparteien von diesem Förderangebot überzeugen können“, so Heitkamp abschließend. 

aktualisiert von Torsten Henke, 25.04.2022, 23:11 Uhr